Ende 2011 stand der beliebte Quartierladen kurz vor der Schliessung, weil die Geschäftsführer den Betrieb aufgeben mussten. Die Quartierbevölkerung habe aber alles darangesetzt, ihr «lokales Minieinkaufszentrum» zu retten. «Durch grosszügige Darlehen und Spenden, Unterstützung in der Buchhaltung und Ideen zur Gestaltung des Schaufensters konnte der Laden gerettet werden», erzählte der Lernende Raman Yusef in ­seiner Laudatio.

Geschäftsführer Robel Kahsay schätzt die Unterstützung aus dem Quartier sehr. Der junge Eritreer hat selbst im Laden Detailhandelsassistent gelernt und übernahm 2012 die Geschäftsleitung. Seither bemüht er sich darum, jungen Migrantinnen und Migranten beim Einstieg ins Berufsleben zu helfen.

«Das Risiko hat sich gelohnt»

Insgesamt sind dieses Jahr 39 Projekte und Initiativen für den Integrationspreis eingereicht worden. Dies sei die maximale Anzahl, sagte Gemeinderätin Franziska Teuscher und erläuterte: «Es zeigt, wie entschlossen Bernerinnen und Berner für die Integration von zugewanderten Menschen eintreten.» Teuscher überreichte neben dem Hauptpreis auch den Förderpreis an das Projekt «Wegeleben» (siehe Box).

Für Robel Kahsay ist es eine Ehre. Er habe sich sehr sicher gefühlt im Entscheid, den Laden zu übernehmen, und ist überzeugt: «Das Risiko hat sich gelohnt.» Gelohnt hat sich auch sein Einsatz. Mit seinem Geschäft hat Robel Kahsay Arbeitsplätze geschaffen und einen grossen Teil zur Inte­gration junger Menschen bei­getragen. (Berner Zeitung)

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